Die letzten Einsätze

01.06.2018  Hilfeleistung  in Hofebusch Kirchenwald  Hilfeleistung
10.05.2018  Hilfeleistung  in Großschönau Hauptstraße  Person in Notlage
25.04.2018  Brandeinsatz  in Tagebau Reichwalde  Brand eine Kohleflöz

Aus unserer Galerie


Und wo bist du, wenn die Sirene geht?

Nach einem unserer zahlreichen Einsätze in diesem Jahr, fragte mich ein junger Mann, was bei uns neulich los war: „Was war denn passiert? Gab`s Verletzte?“ Eine von vielen Situationen, die nach den Einsätzen leider Alltag sind. Also drehte ich den Spieß einmal um und fragte: „Wo bist eigentlich du, wenn die Sirene geht?“ Er winkte ab und sagte: „Das ist, glaub´ ich, nichts für mich! Mitten in der Nacht zum Einsatz, nur weil einer zu schnell gefahren ist und am Baum klebt oder weil ein Schuppen brennt oder Fehlalarm. Nee du, und außerdem habe ich Familie und geh´ ja schließlich auch arbeiten und nach Feierabend is bei mir Zick!“... Schmunzelnd nahm ich seine Aussage zur Kenntnis und grübelte so vor mich hin. Wenn meine Kameraden aus diesen Gründen nicht mehr kommen würden, wer käme dann? Was wäre, wenn die Feuerwehrleute so denken würden?

Mitten in der Nacht heulen die Sirenen, manch einer wird dadurch sogar munter, hört kurz darauf die Martinshörner und denkt: So ein Krach, können die nicht nur mit Blaulicht fahren? Ist doch eh´ keiner auf der Straße. Kaum jemand denkt dabei daran, dass die Feuerwehrleute bis vor einigen Minuten genau so friedlich im Bett lagen .

Es wird ja niemand zur Feuerwehr gezwungen, hört man oft bei Diskussionen. Aber wer ist schon noch bereit Hilfe zu leisten und dann auch noch freiwillig? Ein Blick auf eventuelle Quereinsteiger in die Feuerwehr genügt, um zu wissen: da ist niemand. Seit Jahren beziehen wir in Großschönau den Nachwuchs ausschließlich aus unserer Jugendfeuerwehr. Jedoch können die jungen Feuerwehrleute erst mit dem 18. Lebensjahr in Einsätze voll integriert werden. Sehr oft sind sie dann in der Lehre außerhalb eingebunden und kehren nur, wenn es ihnen ermöglicht wird, wieder zurück. Die Spanne zwischen den Jahrgängen ist gewaltig groß. Es fehlt an Feuerwehrfrauen und –männern! Das ist kein Geheimnis, sondern ein Zustand, der mit Sorge in die Zukunft blicken lässt.

Die Gründe für den Mangel an Nachwuchs von Querersteigern sind vielseitig. Ein wesentlicher Grund ist die fehlende Bereitschaft zum Dienst an der Allgemeinheit. Das ist wohl ein generelles Problem in der heutigen Zeit.! Vielleicht sollte man aber auch eine Stellenausschreibung veröffentlichen und abwarten, was passiert. Wie würde die wohl aussehen? Z.B. Stellenausschreibung: für eine/n freiwillige/n Feuerwehrfrau / Feuerwehrmann in der Gemeindefeuerwehr Großschönau

Ihre Aufgabenschwerpunkte sind:
Retten, Bergen, Löschen, Kameradschaftlichkeit

IhrProfil:
Bereitschaft zum Mitwirken in der Feuerwehr,
Vollendetes 16. Lebensjahr,
Erfüllung der gesundheitlichen Anforderung an den Feuerwehrdienst,
Charakterliche Eignung,
Bereitschaft zur Verpflichtung zu einer längeren Dienstzeit sowie
Bereitschaft zur Teilnahme an Diensten und Ausbildung der Feuerwehr,
Wohnhaft in der Gemeinde

Das wird geboten:
Kameradschaft
Allgemeinbildung
Teilnahme an Einsätzen sowie Übungen
Weiterbildung im feuerwehrtechnischen Bereich
Laufbahnausbildung
Qualifikationen im feuerwehrtechnischen Bereich
Versicherungstechnische Absicherung
Eigene Einsatzbekleidung
Eigene Dienstuniform
Eigenen Funkmeldempfänger

Bewerber dürfen nicht ungeeignet im Sinne von § 18 Abs. 3 SächsBRKG sein. Bei Minderjährigen muss die Zustimmung der Erziehungsberechtigten vorliegen. Bewerberinnen und Bewerber können sich schriftlich, per Post oder per Mail, an die Gemeindefeuerwehr Großschönau wenden. Persönliche Gespräche sind erwünscht.

Ja, freiwillig, selbstlos und mit Stolz versehen, leisten die Kameradinnen und Kameraden ihren Dienst an der Allgemeinheit. Es gibt in unseren Reihen kein Zögern, wenn die Sirene uns zu Einsätzen, in denen Menschen in Gefahr sind, bei denen Sachwerte zu schützen sind oder durch Unwetter Schaden entstanden ist, ruft. Das, was die Feuerwehrleute jährlich leisten und entbehren, sollte höchsten gesellschaftlichen Stellenwert haben und das nicht nur zum Eigennutz ! Mit Respekt und Achtung sollte jenen entgegen getreten werden, die auch in unserer Gemeinde für die Sicherheit einstehen! Zuverlässig kann man hier bei uns den Notruf wählen, und es wird einem geholfen. Was dahinter steht, fragt sich nur selten jemand. Vielleicht wäre es ein Vorsatz für das kommende Jahr, auch etwas zu bewegen, etwas zu verändern und zu helfen. Mit anzupacken und in eine Kameradschaft einzutreten, die auch für einen selbst eintritt. Einer für alle, alle für einen! Wir heißen Sie gern willkommen und vielleicht haben Sie gerade jetzt in der Weihnachtszeit die Gelegenheit für ein paar ruhige Minuten, in denen Sie an die Frauen und Männer der Feuerwehr denken, die genau wie Sie, die besinnliche Zeit mit ihren Lieben und in Familie genießen. Und dennoch stets bereit sind, ihr Bestes zu geben um zu Retten, zu Bergen oder zu Löschen, wenn die Sirene sie ruft, und ohne zu fragen!

Warum Ich ?
In diesem Sinne wünsche ich allen Angehörigen der Gemeindefeuerwehr, insbesondere den Familien der Kameradinnen und Kameraden, ein schönes Weihnachtsfest. Aber auch unseren Freunden, Unterstützern und Gönnern sowie Ihnen liebe Leserinnen und Leser des Nachrichtenblattes, ein ruhiges und besinnliches Weihnachtsfest. (# Und wo bist Du, wenn die Sirene geht? Ab 2018 bei der Feuerwehr Großschönau!)

Kommandant Fabian Hälschke

Foto: „RLBPP“